Cannondale Enduro Tour 2015 – Rennen in Dabo

2015_04_16_Rennbericht_DaboAm 12.04.2015 war es wieder so weit! Im Morgengrauen starten wir in Ottweiler zum ersten Rennen der Saison. Es ist gerademal 6 Uhr früh als wir unsere Bikes und alle Taschen mit Helmen und Protektoren im Bus verstauen. Doch wer jetzt meint es genügt am Renntag früh aufzustehen um mal eben spontan ein Rennen zu fahren der irrt. Der wichtigste Schritt liegt schon einige Monate zurück. Bereits im Februar galt es Geschwindigkeit zu beweisen, nämlich an dem Tag an dem die Online Anmeldung für die Rennserie öffnet. Die Rennserie erfreut sich so großem Zuspruch, daß die gut 300 Startplätze binnen weniger Minuten vergriffen sind.
Natürlich waren wir schnell und so konnten wir 3 Startplätze fürs Hauptrennen und einen Platz in der Katergorie „open“ (zum reinschnuppern) ergattern.
Daher war die Vorfreude so groß daß das frühe Aufstehen erträglich wurde.

Kurz vor 8 Uhr erreichen wir dann den Start des Rennens am „Col de la Schleif“ und holen uns unsere Startnummern und die Transponder für die Zeitnahme ab. Kurz darauf startet das Rennen bereits, aber nicht in einem hektischen Massenstart wie man es aus Crosscountry Rennen kennt sondern mit gemütlichem lospedalieren unter dem großen Cannondale Bogen.

Wir sehen gerade mit der Startnummer 1 Remy Absalon lospedalieren, als uns der Gedanke kommt ihm einfach einen unserer Transponder in den Rucksack zu schmuggeln – aber da ist er schon auf dem Weg zur ersten Wertungsprüfung.
Es ist schon spannend mit einem mehrfachen Gewinner des Megavalanche und 4-platzierten der Enduro World Series ins selbe Rennen zu starten.

Für alle die das Rennformat „Enduro“ noch nicht kennen hier eine kleine Beschreibung des Ablaufs: In Dabo bestreiten wir eine Bikestrecke von insgesamt 35 km und 1.200 Höhenmetern.
Diese Strecke muss insgesamt in einem Zeitlimit von 4,5 Stunden absoliviert werden.
Entscheidend für die Rangliste sind die Ergebnisse der einzelnen Wertungsprüfungen oder „Stages“.
In Dabo erwarten uns 6 dieser „Stages“ auf denen jeder einzeln um seine Bestzeit kämpft.
Wer am Ende die beste Zeit in der Addition der 6 „Stages“ erreicht ist der Sieger.

Dabo ist bekannt dafür, dass es jedes Jahr extra neu für das Rennen angelegte Trails gibt und die Wertungsprüfungen sehr anspruchsvoll sind. Die „Stages“ gehen überwiegend bergab über downhill ähnliche Trails, beinhalten aber auch kleinere Bergaufpassagen und natürliche Hindernisse, so dass eben nicht nur das Downhill Fahren sondern auch die Ausdauer und Wendigkeit gefordert sind.
Und da ja insgesamt auch sehr fordernde 35 km zurückgelegt werden müssen, deckt dieses noch recht junge Rennformat alle Bereiche des Mountainbikens ab und macht dazu noch irre Spaß!

Da wir schon bisl Erfahrung in Dabo, sowohl bei den Endurorennen, als auch auf tollen Biketouren sammeln durften, starten wir also zu dritt in unser neues Dabo Abenteuer mit einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude auf das Trailfeuerwerk, das uns erwartet. Im Hauptrennen sind Heiko, Peter und Martin mit dabei, Jens startet später in der „open“ Kategorie.
Schon in der ersten „Stage“ geht es richtig zur Sache. Gleich nach dem die Zeitmessung oben am Start ausgelöst ist verfliegt die Nervosität und es geht voll zur Sache. Wurzelpassagen, Sandsteinplatten, Kurven, volle Konzentration ist gefragt um die Ideallinie zu finden, da es keine Besichtigung der Strecke im Vorfeld gibt, sondern „auf Sicht“ gefahren wird.
Es geht zwar jeder einzeln in die Wertungsprüfungen, aber da das Startintervall bei 20 Sekunden liegt, kann es auch zu Begegnungen mit anderen Fahrern auf der Strecke kommen.
Gleich in der ersten Stage überholen Peter und Martin 4 Fahrer, was den Adrenalinspiegel zusätzlich anhebt. Am Ende der Zeitmessung treffen wir uns immer wieder und pedalieren dann gemeinsam die Überführungen zur nächsten Wertungsprüfung. Hier ergeben sich auch immer nette Gespräche mit anderen Bikern, die aus den unterschiedlichsten Regionen kommen. Wir treffen Schweizer, Franzosen, Belgier, Tschechen, Niederländer, … alle gut gelaunt und da es in der Überführung ja lediglich ums einhalten der Gesamtzeit geht, entsteht eben auch diese lockere internationale Stimmung und es ist Zeit für bisl Fachsimpeln.

IMG 5046 - Arbeitskopie 2.
IMG 5046 - Arbeitskopie 2.

Die Wertungsprüfungen sind abwechslungsreich, es macht uns alles riesig Spaß und es kommt auch zu ein paar Stürzen, die aber alles zum Glück glimpflich ausgehen und uns nich allzuviel Zeit kosten.
Nach der sechsten und letzten Wertungsprüfung endet das Rennen an einem kleinen Weiher, wo es dann auch lecker Flammkuchen und isotonische Getränke gibt.
Wir kommen alle ohne Blessuren und technische Defekte durchs Rennen und lassen den Tag gemütlich ausklingen und freuen uns bereits auf die nächsten Rennen!

Ergebnisse Skiclub Ottweiler:

  • Heiko Maas 34.Platz „Masters“ Rennzeit: 34:54:83 Min
  • Martin Halm 81.Platz „Seniors“ Rennzeit: 29:31:33 Min
  • Peter Klär 109.Platz „Seniors“ Rennzeit: 30:31:70 Min
  • Jens Spallek Kategorie „Open“ ohne Ranglistenwertung

Ach ja, Remy Absalon kam auch ins Ziel, er hat sogar gewonnen mit einer Zeit von 24:04:46 Min
– wir haben also noch bisl Trainingsbedarf…

Hier noch ein paar Eindrücke: